Das Flugzeug

n1990b foto borkum

N1990B zu Besuch auf der ostfriesischen Insel Borkum.

N1990N „Chickadee“ ist eine Luscombe 8E. Das Licht der Welt erblickte sie im Februar 1948 in Dallas, Texas bei der Firma Luscombe Aircraft Corp. Zu ihrer Zeit war sie eines der ersten Ganzmetall-Leichtflugzeuge. Ihr Erfinder Don Luscombe bewarb sie mit dem Spruch „No wood, not nails, no glue!“, was übersetzt bedeutet „Kein Holz, keine Nägel, kein Leim!“. Erst in den 1950er Jahren übernahmen auch andere Hersteller wie Cessna oder Piper diese Konstruktionsmethode.

90B wurde ursprünglich als Modell 8A gebaut. Sie besaß einen Continental A-65 Motor mit 65PS und einen 35 Liter-Tank hinter der Sitzbank. 1985 wurde sie in ein Modell 8E umgebaut und bekam einen Continental C-85 Motor mit 85PS und zwei Flügeltanks mit je 48 Liter Volumen.  Mit dem 1,8m Aluminium-Zweiblattpropeller von McCauley fliegt sie mit rund 150km/h (95-100MPH) und hat eine Reichweite von rund 800km (430nm).

Ihr Name „Chickadee“ geht übrigens auf unseren Vater Volkhart zurück. Er hatte in Fliegerkreisen den Spitznamen „Meise“.

Ursprünglich war 90B in Louisville, Kentucky beheimatet. Nachdem wir sie erworben hatten, reiste Florian zu ihr und bereitete sie für den Transport nach Deutschland vor. Mit vielen helfenden Händen wurden die Tragflächen und das Leitwerk entfernt und in extra angefertigten Holzkonstruktionen montiert. Nach vier Tagen Arbeit bei eisigem Dezemberwind konnte sie in einen 40ft-Container verpackt werden und begann ihre Reise.

Sechs Wochen später erreichte sie ihren neuen Heimatflugplatz Celle-Arloh in Niedersachsen. Viele Clubmitglieder standen bereit und halfen, den Container zu entladen und alle Einzelteile in der Halle zu verstauen. Danach begann der aufwendige Prozess, aus dem Puzzle wider ein fliegendes Flugzeug zu machen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz stark bei Wolfgang Hübel, FAA A&P IA, bedanken, der uns bei dem Papierkrieg nach dieser „Major Repair“ (große Reparatur) geholfen hat. Ein weiterer Dank geht an Jürgen Pfeiffer, der uns als Luscombe-Eigentümer mit vielen Tipps zur Seite stand. Zum Schluss möchten wir uns aber auch noch bei Detlef Heun von Aircraft-Trust bedanken, der den Transport und die Zollformalitäten für uns organisiert hat und nun unser Agent für das US-Zulassungsregister ist.

Trotzdem fragt man sich jetzt vielleicht, warum das Flugzeug immer noch eine amerikanische Zulassungsnummer trägt. Naja, die US-Behörden sind bei Umbauten und der Wartung um ein Vielfaches entspannter. Und solange uns die ICAO Rückendeckung gibt, sehen wir keinen Anlass, in ein Land zu wechseln, in dem die Regierung versucht, der allgemeinen Luftfahrt das Leben immer schwerer zu machen.

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